Zur Übersichts-Seite
  Die Auffangstation für Greifvögel, Eulen und Fledermäuse
Langstadt 2013

Projekte
 - Station
   Langstadt

  > Bericht 2013
Durch den Ausfall der Wildtier-Pflegestelle in Semd wurden mehr als doppelt so viele Pfleglinge aufgenommen als sonst. Gut, daß nur wenige Fledermäuse eingeliefert wurden, denn auch so lief der Betrieb auf Grund der weiteren Verpflichtungen und Tätigkeiten über längere Strecken weit über der Belastungsgrenze. Einige Bilder von 2013:
Storch bei Freilassung

Todesgefahr Verhütungsmittel: Dieser Storch wurde mit Vergiftungsphänomenen weitgehend bewegungsunfähig aufgefunden. Da die Station nicht auf Schreitvögel eingerichtet ist, wurde der Storch an die Wildtierfreunde in Hanau weitergegeben. Dort gelang die Heilung: Ein rotes Kondom, schon angedaut, kam bei der Behandlung zum Vorschein. Danach besserte sich der Zustand des Vogels rasant. Das Bild entstand bei der Freilassung des Storches beim Fundort, wo sein Partner sehnsüchtig auf seine Rückkehr wartete.

(Bild: Dirk Diehl)
 
 
Fledermaus durch schlechte Pflege verklebt
Eine regelrechte Panzerung um das Kinn aus verklebtem Nahrungsbrei machte jede Kopfbewegung dieses Zwergfledermaus-Individuums zur Qual. Ein häufiges Phänomen bei Fledermäusen, wenn Personen ohne Erfahrung solche Tiere aufpäppeln wollen. Daher sollte immer Grundsatz sein, mit einem Spezialisten Kontakt aufzunehmen, um solche Fehler zu vermeiden. Was die Fledermauspflege angeht, waren 2013 dank optimaler Witterung in der Aufzuchtphase nur wenige Jungtiere pflegebedürftig geworden.

(Bild: Dirk Diehl)
 
junger Grünspecht
Frustrierend waren 2013 die Pflegeergebnisse beim Grünspecht. die Jungvögel litten überwiegend an schweren Infektionen (insbesondere Kokzidosen), die sie fast ohne Ausnahme innerhalb eines Tages in der Station sterben ließen.

(Bild: Dirk Diehl)
 
Junge Turmfalken
Im Juni sorgte ein Gewittersturm für Arbeit. Mehrere Turmfalkenbrutplätze in alten Baumnestern waren heruntergeweht. Einmal war auch der ganze Brutbaum entwurzelt, so daß ein Ersatznest nicht angebracht werden konnte. Die meist schon großen Jungtiere überstanden die Stürze recht gut und konnten wieder freigelassen werden. Die jungen Küken aus den "Nachzügler-Bruten" (vgl. Bildteil rechts unten) erlitten bei den Stürzen dagegen schwerwiegende Schäden und starben oder mußten wegen irreparabler Schäden später doch noch eingeschläfert werden.

(Bilder: Dirk Diehl)
 
Kleines Sumpfhuhn
Eine ausgesprochene Rarität ist das Kleine Sumpfhuhn, das in Hessen früher Brutvogel war und nur ausnahmsweise überhaupt festgestellt wird. Der Kleine Vogel erlitt eine Wirbelsäulenprellung, er war offensichtlich in dunkler Nacht gegen ein Hindernis geflogen. Auch in der Tierklinik der Justus-Liebig-Universität in Gießen konnte dem Vogel leider nicht geholfen werden. Es bleibt nur ein schwacher Trost: Ohne qualifizierte Pflegestelle wäre selbst der Fund als solcher unbekannt geblieben.

(Bild: Dirk Diehl)
 
Uhu nach Dauerkontakt mit Elektrozaun
Ein Uhu nach der härtesten Nacht seines Lebens. Er übersah bei der Jagd einen elektrischen Schafszaun und verhedderte sich darin. Den Rest der Nacht mußte er ungeschützt bei heftigen Regenschauern und regelmäßigen Stromstößen zubringen. Dementsprechend angeschlagen kam er in die Station. Wenige Wochen später hatte sich der Vogel erholt und flog zur großen Freude der Helfer elegant in die Dämmerung ab.

(Bild: Dirk Diehl)
 
 

  Zurück zum Projekt